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Leitsätze des Funkamateurs
Das richtige Verhalten des Funkamateurs fasste Paul M. Segal (USA) sehr treffend in einigen Leitsätzen zusammen. Auf unsere Verhältnisse
erweitert sollen sie dem deutschen Amateurfunk beiseite gestellt werden.
- Der Amateur ist wohlgesittet...
Er benutzt seine Sendungen nicht allein zum eigenen Vergnügen und verdirbt gleich gesinnten
Freunden nie die Freude am Funkbetrieb. Er ist sich seiner Pflichten der Öffentlichkeit gegenüber bewusst und Weib das Vertrauen zu schätzen, das ihm Staat und DARC entgegenbringen.
- Die Arbeit des Funkamateurs ist gesetzlich ...
Er verdankt das Amateurfunk-Gesetz den Bemühungen des DARC e. V. und dankt ihm
durch treue Anhänglichkeit. Dieses Gesetz und seine Durchführungsverordnung sind maßgebend für seine Arbeit als Funkamateur.
- Der Funkamateur ist fortschrittlich ...
Er hält seine Station auf dem neuesten Stand der Technik und wendet die ihm
zugänglichen letzten wissenschaftlichen Erkenntnisse an, die der besseren Ausnützung der Amateurbänder und des Funkverkehrs dienen. Seine Station ist gut und betriebssicher eingerichtet. Regelmäßige und saubere
praktische Arbeit sind selbstverständlich.
- Der Amateur ist freundschaftlich und hilfsbereit...
Er arbeitet mit einem Anfänger langsam und geduldig und gibt gegebenenfalls
freundschaftliche Hinweise zur Verbesserung von dessen Station. Auch etwaige Hilfe gegenüber dem Fernseh- und Rundfunknachbarn gehört zum Amateurgeist. In internen Clubangelegenheiten ist gegenseitige Hilfe
selbstverständlich.
- Der Amateur ist duldsam ...
Er weiß, dass sein Hobby viele unterschiedliche Arten der praktischen Betätigung erlaubt und
erkennt, da wissenschaftliche Aufgaben, technische Probleme oder die Neuentwicklung von Geräten genauso wichtig sein können wie der Nah-und DX-Verkehr. Begegnet er einem Freund, der Diplome und QSL-Karten
sammelt dann respektiert er dessen Neigung. Jede Sparte des Amateurfunks hat ihre Berechtigung und gehört zum Hobby.
- Der Amateur ist ausgeglichen ...
Sein Funk ist sein Hobby. Er wird sich nie erlauben, dadurch Pflichten der Familie gegenüber,
im Beruf, in der Schule oder in der Allgemeinheit zu vernachlässigen.
- Der Amateur ist bescheiden ...
Mit seiner Technik kann er anderen helfen und setzt sie dafür ein, beispielsweise bei
Naturkatastrophen oder bei der Rettung von Menschenleben. Er weiß aber auch, dass die Technik des Amateurfunks diese Hilfe ermöglicht. Er lässt sich deswegen nicht groß in der Öffentlichkeit herausstellen. Der
Arzt tut es auch nicht. Solche Tätigkeit ist selbstverständliche Menschenpflicht.
- Der Amateur hilft der Wissenschaft...
Er liefert exakte Beobachtungen und Eintragungen und hilft hier besonders gern, denn das
große Empfangs- und Funknetz der Amateure ist oft allein imstande, weiträumige Probleme zu lösen. Die gewonnenen Ergebnisse nützen nicht nur ihm, sondern auch der allgemeinen technischen Entwicklung.
- Der Amateur ist frei ...
Auch für ihn gilt der Wahlspruch „Mein Feld ist meine Welt“. Er ist daher frei in seiner
Gesinnung, frei von Schikanen, frei im Denken, ehrlich und offen.
- Der Amateur fördert die internationale Freundschaft...
Er kennt bei seiner Arbeit weder Unterschiede der Rasse, der Religion,
noch der Volkszugehörigkeit. Es gibt keine hindernden Grenzen von Ländern oder Kontinenten. Seine Funktätigkeit ist durch sein freundschaftliches Verhalten im wahrsten Sinne des Wortes völkerverbindend, trotzdem
liebt er sein Vaterland. Er weiß sich dafür einzusetzen. Die wichtigste Grundlage für seine Arbeit ist ein dauerhafter Frieden in Freiheit und Selbstbestimmung, der allein eine völkerverbindende und
interkontinentale freundschaftliche Arbeit garantiert.
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